Kastanienherzen – eine süße Südtiroler Herbsttradition

Juniorchefin Beatrix Waldner, Hotel Meranerhof
Beatrix "Trixi" Waldner-Eisenkeil
Juniorchefin
14.10.2026 | 5 Min.

Wenn sich die Blätter langsam verfärben, die Luft am Morgen frischer wird und die ersten Kastanien auf den Wegen liegen, beginnt in Südtirol eine ganz besondere Zeit. Der Herbst gehört bei uns zu den genussvollsten Jahreszeiten überhaupt.

Jetzt werden die „Keschtn“ gebraten, beim Törggelen wird der neue Wein „Suser“ verkostet und in den Konditoreien taucht eine kleine Köstlichkeit auf, die für uns beinahe genauso zum Südtiroler Herbst gehört wie buntes Laub und goldene Weinberge: das Kastanienherz🌰🤎.

 

Ein Herz, das tatsächlich aus Liebe entstand

Was heute als typische Südtiroler Herbstspezialität gilt, hat eine überraschend romantische Geschichte.

Wir reisen zurück ins Jahr 1948 nach Bozen. Im damaligen Café Maria unter den Bozner Lauben arbeitete der junge Konditorlehrling Ivo Moschén. Für die Verlobungsfeier einer Bozner Familie sollte etwas Besonderes entstehen – eine Süßspeise, die es so noch nicht gab.

Aus Kastanien, Zucker, Schokolade und Sahne kreierte Moschén schließlich ein Dessert in Herzform.

Das Südtiroler Kastanienherz war geboren.

 

Wenn in Südtirol die Kastanienzeit beginnt

Die Edelkastanie hat in Südtirol eine lange Tradition. Besonders im Herbst begegnet man ihr überall: als geröstete „Keschtn“ beim Törggelen, in Suppen und Kuchen, als Füllung für Krapfen – oder eben in ihrer vielleicht feinsten Form als Kastanienherz.

Das klassische Kastanienherz besteht im Grunde aus nur wenigen Zutaten: gekochten Edelkastanien, etwas Zucker, dunkler Schokolade und frischer Sahne. Gerade diese Einfachheit macht seinen Reiz aus.

Außen knackige Schokolade, darunter eine weiche, leicht nussige Kastanienmasse und oben ein Klecks frische Sahne – für uns schmeckt kaum etwas so sehr nach Südtiroler Herbst.

 

Unser Tipp für einen Herbsttag in Meran

Wer im Oktober bei uns im Meranerhof zu Gast ist, sollte sich bewusst ein wenig Zeit nehmen, um diese Jahreszeit zu genießen.

Ein Spaziergang entlang der herbstlich gefärbten Promenaden oder über den Tappeinerweg, vielleicht anschließend ein Kaffee in der Stadt – und dazu ein Kastanienherz.

Manchmal braucht es eben gar kaum viel für einen perfekten Herbstnachmittag.

Und wer nach dem Urlaub noch ein kleines Stück Südtirol mit nach Hause nehmen möchte, kann sich an der Spezialität auch selbst versuchen.

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Kastanienherzen für zu Hause

Für etwa 8–10 Stück benötigt man:

· ca. 750 g bis 1 kg frische Edelkastanien

· ca. 150–200 g Staubzucker

· etwas Vanille

· nach Belieben eine Prise Zimt und einen kleinen Schuss Rum

· ca. 250 g dunkle Kuvertüre

· ca. 250 ml frische Sahne

Die Kastanien werden zunächst weich gekocht, geschält und zu einer möglichst feinen Masse verarbeitet. Anschließend mit Staubzucker und Vanille – nach Geschmack auch mit etwas Zimt und Rum – vermengen.

Aus der Masse kleine Herzen formen und gut kühlen.

Dann kommt der vermutlich schönste Teil: Die Herzen werden in geschmolzene dunkle Schokolade getaucht und dürfen anschließend fest werden.

Zum Schluss etwas aushöhlen, mit frisch geschlagener Sahne verzieren.

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Der Herbst hat in Südtirol eben Herz

Für uns sind es oft genau solche kleinen Traditionen, die eine Jahreszeit besonders machen. Ein vertrauter Geschmack, eine Geschichte, die über Generationen weitererzählt wird, und ein Produkt, das man fast ausschließlich zu dieser Jahreszeit genießt.

Und vielleicht schmeckt ein Kastanienherz deshalb im Oktober auch ein kleines bisschen besser als zu jeder anderen Zeit.

Unser Tipp: Wenn Sie bei Ihrem nächsten Herbsturlaub in Meran eines entdecken, unbedingt probieren. Schließlich kann man Südtirol nicht nur sehen – manchmal muss man es einfach schmecken. ❤️ Besonders gut schmeckt uns das Kastanienherz in der Konditorei Pöhl und in der Bäckerei Erb, beide in der Freiheitsstraße in Meran.

Liebe Grüße aus Meran

BE

Juniorchefin Beatrix Waldner, Hotel Meranerhof
Beatrix "Trixi" Waldner-Eisenkeil
Juniorchefin